Institut für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB) - Abteilung Massivbau

Stahlbeton- und Spannbetonbau

Tragverhalten von Segmentbrücken unter Berücksichtung der Fugen

Der Bau von Segmentbrücken hat in Europa ebenso wie in den Ländern Asiens extrem zugenommen und wird unter dem Einfluss der USA und Frankreichs auch in Afrika und Südamerika weiter zunehmen. Für die deutsche Bauwirtschaft wird deshalb die Entwicklung dieser Bauweise von nicht unerheblicher Bedeutung sein. Inzwischen wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen mit Schreiben vom 13. Juni 1999 an die Obersten Straßenbaubehörden der Länder eine "Empfehlung für Segmentbrücken mit externen Spanngliedern, Ausgabe 1999" herausgegeben, die als Wegbereiter dieser Bauweise auch in Deutschland gelten darf. 

In Ergänzung zu der genannten Empfehlung sind aber weiter Bemessungsfragen für die Baupraxis dringend zu klären. Mit Hilfe numerischer Untersuchungen sollen Lösungsansätze zur Verfügung gestellt werden.

Geklärt werden sollen folgende noch nicht gelöste Fragen der Bemessung:
 - die Kraftübertragung in den Fugen bei einer entsprechenden Fugenausbildung; insbesondere die Kraftübertragung - auch bei der Torsion - über teilweise geöffnete Fugen und die Kraftweiterleitung in den anschließenden Segmenten
 - die Schnittkraftumlagerung im Bruchzustand bei offenen Fugen und die verbleibende Rotationsfähigkeit des Querschnitts

Die Fugenanordnung erwies sich als entscheidend für die Rotationsfähigkeit und sollte auf die Lage der möglichen Fließgelenke abgestimmt werden.
Unter Einhaltung eines ausreichenden Abstandes zwischen Fuge und Fließgelenk ergab die durchgeführte Untersuchung keine Einbußen in der Tragfähigkeit im Vergleich zu einer monolithischen Ausführung. Demzufolge können Schnittgrößenumlagerungen in Segmentträgern zugelassen werden.